Vor 50 Jahren veröffentlichte Erich von Däniken sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“. Seine These, dass die Erde in der Vergangenheit von Außerirdischen besucht wurde, hat noch heute weltweit zahlreiche Fans.

Text: Ulrich Drees | Foto: wiki commons

Herr von Däniken, nachdem Sie sich nach dem Erscheinen Ihres Buches „Erinnerungen an die Zukunft“ ein halbes Jahrhundert lang mit der Prä-Astronautik, also der Frage beschäftigt haben, ob in der Vorgeschichte und im Altertum Außerirdische die Menschheitsentwicklung beeinflusst haben, lernen Sie da noch immer dazu?
Immer wieder kommen neue Informationen aus aller Herren Länder hinzu, neue Ruinen werden entdeckt, die neue Fragen aufwerfen, und bisher unbekannte Bücher aus alten Bibliotheken tauchen auf. Seit „Erinnerungen an die Zukunft“ habe ich vierzig weitere Bücher geschrieben, die in dreißig Sprachen und mit einer Weltauflage von rund 76 Mio. Exemplaren erschienen sind. Ich schreibe tapfer weiter, so lange mein Gehirn und meine Stimme noch funktionieren.
Gibt es eigentlich Unterteilungen in der Prä-Astronautik oder hängt alles miteinander zusammen?
In Ägypten gibt es schon einzelne Themenbereiche. Dort werden fast jedes Jahr in der großen Pyramide neue Räume entdeckt. Außer in kleinen Notizen in der Zeitung, erfährt die Öffentlichkeit nichts davon. In meinen Vorträgen zeige ich die neuen Räume. Ich habe die Bilder, welche von Robotern gemacht wurden. Andererseits gibt es international Dinge, wie das Buch Henoch, die jetzt nicht landesspezifisch sind. Henoch war ein Prophet im Alten Testament und der erste Mensch, der laut Bibel die Erde vor der Sintflut in einem feurigen Wagen verlassen hat. Jetzt tauchte in einer abessinischen Klosterbibliothek ein Buch auf, in dem der Mann persönlich beschreibt, was er erlebt hat.
Könnten Sie sagen, wann Außerirdische das erste Mal die Erde besucht haben, bzw. wann sie zum letzten Mal da waren?
Das müsste um 300.000 v. Chr. gewesen sein. Ob es sich hier um den ersten Besuch handelte, weiß ich aber auch nicht. Wir wissen noch nicht, woher und mit welcher Technologie die gekommen sind. Sie waren da und haben ein paar Menschen ausgesucht, mit denen sie sich unterhalten haben und denen sie sogar ihre Sprache beibrachten. Darüber hinaus haben sie ihnen astronomisches Wissen und Kalenderdaten gegeben und sie dann zu den anderen Menschen zurückgeschickt, um das Erlernte weiterzugeben. Bevor die Außerirdischen verschwanden, haben sie versprochen, in einer fernen Zukunft wiederzukommen. Dieses Wiederkunftsversprechen ist Bestandteil aller Kulturen der Vergangenheit, und bis heute erwarten alle Religionen die Wiederkehr ihres jeweiligen Heilsbringers.
Das heißt, es gab so eine Art Anschub der Entwicklung der Menschheit, und die zweite Phase wäre dann sozusagen die Wiederkehr der Außerirdischen?
Ja, die werden wieder auftauchen. Es gibt Gründe für die Annahme, dass wir zurzeit beobachtet werden. In meinem Vortrag zeige ich ein paar Beispiele von Ufo-Filmen, die man nicht fälschen kann, weil sie von Kampfpiloten während ihres Einsatzes aufgenommen wurden. Man sieht alle Flugdaten wie Höhe des Flugzeugs, Entfernung des Zielobjekts, Datum, geografische Position etc. – da sieht man dann schon Dinge, die Fragezeichen aufwerfen.
Gibt es verschiedene außerirdische Kulturen oder nur eine?
Ich würde sagen, dass es in der Vergangenheit nur eine Kultur war. Wie es sich in der Gegenwart verhält, habe ich keine Ahnung. Ich habe persönlich noch nie ein Ufo gesehen.
Bei Ihrer Arbeit geht es oftmals auch um Mythologie und Religionswissenschaften, Ihr Erklärungsansatz beruht jedoch auf Technologie. Sind uns die Außerirdischen vor allem technisch überlegen, oder verfügen Sie auch über übernatürliche oder göttliche Kräfte?
Meiner Meinung nach waren vor Jahrtausenden mal Außerirdische da. Unsere Vorfahren waren damals Steinzeitmenschen und begriffen überhaupt nichts. Deshalb meinten sie irrtümlicherweise, diese Außerirdischen seien Götter. Anders als unsere Vorfahren, wissen wir jedoch alle: Es gibt keine Götter. Anstatt sich vor großen Menschenmengen zu zeigen, haben die Außerirdischen immer nur einzelne Personen herausgepickt, diese unterwiesen und sich nicht groß eingemischt. Sie wollten die Menschheit offenbar nicht schockieren. Ich glaube, dass es sich heute genauso verhält, und dass sie sich aus Rücksicht nicht zeigen, denn sie wissen sehr genau, wie die Menschheit reagieren würde. Ihr Auftauchen wäre im Moment eine Katastrophe, in zehn bis zwanzig Jahren vielleicht aber nicht mehr.
Die Menschen haben dauernd Kriege auf der Erde. Wir führen Kriege aus religiösen, geografischen und rassistischen Gründen. Sobald wir aber Kontakt mit Außerirdischen hätten, würden wir Menschen begreifen, dass wir alle zur intelligenten Spezies auf dieser kleinen blauen Kugel gehören. Da kann nicht einer kommen und sagen: Nur ich als Katholik oder nur ich als Muslim, nur ich als Schwarzer oder Weißer habe Recht. Wir sind eine Menschheit, eine Spezies, und diese Erkenntnis würde uns helfen, Spannungen und Kriege zu vermeiden.
Wenn Sie „zehn bis zwanzig Jahre“ sagen, wäre das schon in der näheren Zukunft. Glauben Sie, dass sich aktuell Entwicklungen zuspitzen, die zu einer Rückkehr der Außerirdischen führen könnten?
Der Zeitgeist ändert sich. Als ich vor fünfzig Jahren angefangen habe, von meinen Theorien zu reden, war die wissenschaftliche Gemeinschaft im Großen und Ganzen dagegen. Was erzählt der für einen Blödsinn, wurde gesagt. Erstens gäbe es keine Außerirdischen, zweitens, wenn dem doch so wäre, sei die Distanz zwischen den Sternen zu groß, als dass jemals Kontakt zwischen uns möglich wäre. Behauptungen, die Außerirdischen seien menschenähnlich, wären sowieso Quatsch: Die Evolution auf anderen Planeten würde ganz anders verlaufen. Das war vor fünfzig Jahren. Inzwischen weiß die Wissenschaft, wie man die Lichtjahre überbrücken kann. Heute gibt es laut der NASA allein in unserer Galaxie mindestens viereinhalb Milliarden erdähnliche Planeten. Natürlich kann es Außerirdische geben, die aussehen wie fliegende Elefanten oder Tentakelwesen, aber es gibt auch menschenähnliche. Was ich jetzt sage, stammt nicht von mir, sondern von dem schwedischen Nobelpreisträger Svante Arrhenius. Er hat eine Theorie in die Welt gesetzt, die man Panspermie nennt. Sie besagt, dass irgendeine intelligente Spezies sich entwickelt hat und Interesse daran hatte, ihre eigene Lebensart auszubreiten. Die hat dann beschlossen, einen Sektor der Milchstraße mit den eigenen Lebensbausteinen – bei uns wäre das DNS – zu infizieren und Trillionen von diesen ins Universum entsendet. Die Hochschule ETH Zürich hat mit DNS Experimente bei extremer Hitze und Kälte sowie bei Normaltemperatur durchgeführt, die das gut überstanden hat. Diejenigen, die so ein Experiment machen, wissen, dass der größte Teil der Lebensbausteine in irgendwelchen Sonnen verglühen oder auf völlig unwirtlichen Planeten, wie Jupiter oder Merkur, enden würde. Nur ein Bruchteil wird in den Anziehungskreis von Planeten gelangen, die jenen ähneln, die mit dem Spiel begonnen haben. Doch auf diesen Planeten beginnt die Evolution. Die nötige Information dazu kam von außen. Genau das steht in den heiligen Büchern: dass die Götter die Menschen nach ihrem Ebenbild schufen. Die Argumente gegen diese Panspermie-Lehre haben sich inzwischen aufgelöst, und der Zeitgeist hat sich geändert. Plötzlich wäre es doch denkbar.
Wenn Sie sagen, der Zeitgeist ändert sich, heißt das, die Außerirdischen könnten es jetzt als passende Gelegenheit für ihre Rückkehr ansehen? Sind sie vielleicht schon da, denn Sie sagen ja auch, dass die Informationen über Außerirdische unterdrückt werden?
Ich bin einigermaßen gut informiert über diese Geschichte. Im Jahre 1963 hat der amerikanische Geheimdienst der CIA einen Befehl an alle Dienststellen der Welt herausgegeben, der wie folgt lautete: Alle Einzelpersonen, die sich mit Ufos auseinandersetzen, sollen der Lächerlichkeit preisgegeben werden; Ufos darf es nicht geben. Journalisten und Wissenschaftler sind jedoch vernünftige und sachliche Menschen, von denen sich keiner lächerlich machen will. Deshalb greifen sie das heiße Thema Ufo und Außerirdische nicht auf. Es geht nicht um Verschwörung und auch nicht um Unterdrückung. Es will sich einfach niemand lächerlich machen. Das Thema ist zu brisant.
Im Internet findet sich die Aussage, dass Sie davon ausgehen, dass Außerirdische Geschlechtsverkehr mit Menschenaffen gehabt hätten, um die Entwicklung der Höhlenmenschen voranzutreiben?
Das stimmt und es stimmt nicht. Diese These wurde nicht von mir erfunden, sondern stammt aus der Bibel. Oder nehmen Sie das Buch Henoch. In diesem spricht er von den sogenannten Wächtern des Himmels, womit er die Außerirdischen meint. Er sagt, sie seien auf die Erde herunter gekommen und hätten mit hübschen Menschentöchtern Sex gehabt, und daraus seien Riesen entstanden. Ich habe auf diese Geschichten verwiesen, aber nie behauptet, dass unsere Evolutionsgeschichte so einfach zu erklären wäre.
Auch viele andere Menschen setzen sich mit Ufos und Außerirdischen auseinander, wie beurteilen Sie dies?
In der Ufoszene gibt es sehr viel Unwissenheit und sehr viel Rechthaberei. Man sieht nachts den Strahl irgendeiner Diskothek am Himmel in den Wolken reflektiert, und schon ist es ein Ufo. Doch Ufo bedeutet „Unbekanntes Fliegendes Objekt“, muss deshalb also nichts mit Außerirdischen zu tun haben. Drei Viertel der Ufoliteratur sind derart unseriös, dass man sie wegschmeißen kann. Es gibt aber auch Astrophysiker in Deutschland wie Illobrand von Ludwiger, die zu diesem Thema sehr sachliche Bücher verfasst haben, aber weil sie so wissenschaftlich sind, befassen sich nur die Fachleute mit ihnen.
Haben Sie sich bei der Identifikation von Hinweisen auf Außerirdische schon einmal getäuscht?
Das gab es immer wieder. Als 19-jähriger war ich in Ägypten auf einer Insel im Nil. Mein Führer erklärte mir, die Insel habe den Namen Elephantine, weil sie aus der Luft die Form eines Elefanten habe. Ich habe das prompt in meinem Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ erwähnt. Dabei war das Quatsch, wie ich zwei Jahre später festgestellt habe, denn die Insel sieht überhaupt nicht aus wie ein Elefant. Ihr Name rührt daher, dass früher Elefanten auf ihr geweidet haben. Oder in Delhi in Indien gibt es einen alten Tempel, in dem unter anderem eine Säule aus Metall steht. Man hat mir erklärt, diese Säule sei schon Jahrhunderte dort, ohne zu rosten, woraufhin ich spekuliert habe, ob es sich um eine außerirdische Legierung handeln könnte. Inzwischen rostet das Miststück. So etwas gibt es immer wieder.
Aber wenn Sie ein wissenschaftliches Buch zur Hand nehmen, das vierzig Jahre alt ist, dann können Sie heute auch einiges davon vergessen, und das ist selbstverständlich auch bei mir der Fall. Aber an meiner Grundthese, dass wir von Außerirdischen besucht wurden, hat sich nichts geändert. Im Gegenteil ist diese These immer stärker befeuert worden und hat immer bessere Argumente gefunden.
Wo Sie diese Säule erwähnen: Haben Sie schon einmal erwiesene Relikte außerirdischen Ursprungs entdecken können?
Nein, obwohl ich mir das wünschte. Das wäre ein Traum. Irgendein technisches Gerät, das man der wissenschaftlichen Gemeinschaft vorstellen und beweisen kann: Dieses Ding ist nicht von der Erde. Aber das ist bis heute nicht passiert. Aus der Literatur kenne ich aber solche Dinge. Da wäre zum Beispiel die Bundeslade aus der Bibel. Sie war kein irdisches Gefäß. Ihre Überreste liegen heute im Boden unter der Marienkapelle in der äthiopischen Stadt Aksum. Das Oberhaupt der dortigen koptischen Kirche hat vor vier Jahren in einem Interview gesagt, dass er die Bundeslade kenne und bezeugen könne, dass sie nicht von Menschenhand gemacht sei. Zu diesem Thema gibt es in Äthiopien ein jahrtausendealtes Buch, das Buch der Könige (vgl. Seitenrand). In ihm wird gesagt, dass das Innere der Bundeslade nicht von Menschenhand sei. Vielleicht gibt es irgendwo also tatsächlich außerirdische Objekte, aber wir konnten sie bis heute nicht untersuchen.
Stehen Sie weltweit in Kontakt mit anderen Forschern?
Definitiv. Man trifft sich auf internationalen Kongressen, wobei man jedoch meist dieselben Gesichter sieht. Das sind wirklich altehrwürdige, tolle Männer. Zum Beispiel der amerikanische Astronaut Edgar Dean „Ed“ Mitchell, der als sechster Mensch auf dem Mond war, der mir sagte, dass er von offizieller Seite informiert wurde, dass es Außerirdische gibt. Ich fragte, ob er beim Mondbesuch ein Ufo gesehen habe. Hatte er nicht. Doch zwei Stunden vor seinem Start kam damals der amerikanische Astronom Prof. Dr. Carl Sagan zu ihm und den anderen Astronauten und sagte: Wenn ihr etwas seht, von dem ihr sofort begreift, dass es keine irdische Technologie ist, dann dürft ihr im Funkverkehr mit der Erde nie von Ufos, Außerirdischen etc. sprechen, sondern müsst Codeworte verwenden.
Wissen Sie eines dieser Codeworte?
Ja, ich kenne das von Ed Mitchell: Grandma. Da habe ich noch gelacht.

Am 31.03. um 17.00 Uhr ist Erich von Däniken in der Stadthalle Northeim zu sehen. Der Bestseller-Autor präsentiert ein Feuerwerk seiner Indizien für den Besuch von ETs in Indien oder dafür, dass ein biblischer Prophet den Außerirdischen begegnete.