Sowohl tierische als auch menschliche Mitglieder der Rettungshundestaffel Göttingen engagieren sich seit Jahren ehrenamtlich für die Rettung von Menschen. Ihre hochgradig ausgebildeten Teams stehen jederzeit kostenlos zum Einsatz bereit.

Text: Rabea Hoffmann | Foto: Bundesverband Rettungshunde e. V.

Es ist ein frostig kalter Tag Anfang Februar. In einem kleinen Waldgebiet bei Ossenfeld ertönt Hundegebell und das Geräusch von über harschen Schnee tappenden Pfoten. Das wöchentliche Training der Rettungshundestaffel ist in vollem Gange. 2009 in Potzwenden gegründet, gehört die für den Landkreis Göttingen-Northeim zuständige Rettungshundestaffel Göttingen zum Bundesverband Rettungshunde e.V., dem größten rettungshundeführenden Verband Europas sowie zum regionalen Katastrophenschutz.
Die Ausbildung der Hunde vor Ort konzentriert sich auf die Suche in großen Flächen, die bundesweit häufigste Einsatzform. Eine geringere Anzahl der Hunde durchläuft gerade die separate, anspruchsvollere Ausbildung zum Mantrailer.
Als Rettungshunde eignen sich vor allem Jagd- und Hütehunde, die lernwillig, motiviert, verspielt, konzentrationsfähig und ausdauernd sein sollten. Jeder Interessierte kann mit seinem Hund um Aufnahme in das Team bitten.
Die Ausbildung zum Rettungshund beträgt zwei bis drei Jahre. Für gewöhnlich beginnen die Hunde im Alter von etwa einem Jahr mit ihrer Ausbildung, die trotz der körperlichen Beanspruchung eine Wohltat für sie darstellt. Aufgrund der großen Verausgabung wird sehr auf Gesundheit, Belastbarkeit und Fitness der Hunde geachtet.
Um die hohe Ausbildungs- und Einsatzqualität zu gewährleisten, finden eine jährliche Wiederholungsprüfung sowie für den Hund regelmäßige Trainingseinheiten und für den Hundeführer kontinuierliche Fortbildungen statt.
Das Training beinhaltet das Finden von versteckten Personen sowie bestimmte Verhaltensweisen, mit denen der Hund seinen Erfolg signalisieren kann. Variierendes Gelände, unterschiedliche Tag- und Nachtzeiten und verschiedene Wetterbedingungen werden in die Trainings eingeschlossen, da es wichtig ist, während eines Einsatzes Routine zu haben.
Bei einem Einsatz rücken mehrere Teams, jeweils aus einem Hund, Hundeführer und Suchtrupphelfer bestehend, aus, wobei jedes Team ein eigenes Gebiet erhält. Der Hund und der Hundeführer haben zusammen die Prüfung abgelegt und agieren als eingespielte Partner. Während sich der Hundeführer auf seinen Hund konzentriert, kümmert sich der Suchtrupphelfer um GPS und Funkgerät und transportiert die Ausrüstung. Der Zugführer und der Einsatzassistent bleiben im Einsatzfahrzeug zurück, um die Suche zu koordinieren und mit den Behörden zu kommunizieren, mit denen oft zusammengearbeitet wird.
Trotz des zeitlichen Aufwands und der ständigen Einsatzbereitschaft integrieren die Ehrenamtlichen ihr Engagement erfolgreich in den Berufsalltag. In dem Bestreben, helfen zu wollen, stecken sie viel Zeit, Geld und Energie in das ihnen am Herzen liegende Projekt, das ohne staatliche Finanzierung auskommen muss. Anlässlich ihres zehnjährigen Geburtstags in diesem Jahr will sich die Staffel durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit präsenter in der allgemeinen Wahrnehmung machen, sodass sie vielleicht endlich mehr Würdigung für ihre beachtliche Leistung erhält.