Nette Gäste sind bei uns im Verlag immer gern gesehen. Und wenn sie bei uns mit einem tollen Auto vorbeischauen, kann es schon mal vorkommen, dass Gespräche erst auf unserem Kundenparkplatz enden. Als Felix Dossmann mit seinem Oldtimer bei uns vorbeikam, waren wir so begeistert, dass wir ihn gleich um einen Anschlussbesuch zwecks einer kleinen Ausfahrt baten.

Text & Fotos: Lutz Stein

Unterwegs mit dem DeLorean fällt schon nach ein paar hundert Metern Fahrt auf: Beinahe jeder guckt sich nach dem Wagen um, und in keinem anderen Auto wirst Du von anderen Verkehrsteilnehmern derart oft mit erhobenem Daumen gegrüßt, wie in diesem automobilen Relikt der Filmgeschichte. Es war 1985, als Marty McFly zum ersten Mal mit der von Doc Brown in einer in einen DeLorean eingebauten Zeitmaschine in die Vergangenheit und anschließend zurück in die Zukunft reiste. Die Science-Fiction-Komödie schlug damals ein wie eine Bombe und erfuhr 1989 und 1990 zwei Fortsetzungen. Die Filmtrilogie mit Michael J. Fox und Christopher Lloyd in den Hauptrollen wird immer noch regelmäßig im TV ausgestrahlt, und der DMC-12 mit Fluxkompensator entwickelte sich über die Jahre immer mehr zum eigentlichen Star der Filme. Heute genießt der Wagen ganz offensichtlich Kultstatus.
Die Entstehung des von 1981 bis 1982 in Nordirland produzierten Fahrzeugs geht zurück auf das Jahr 1973. Nachdem der amerikanische Autokonzern General Motors nichts von den Ideen seines Managers John DeLorean hielt, künftige Fahrzeugmodelle unter besonderer Berücksichtigung von Sicherheit, Nachhaltigkeit und Effizienz zu entwickeln, kündigte DeLorean bei GM, um unter seinem Namen einen eigenen Sportwagen zu bauen. Sein auffälliges Design verdankt der Wagen Giugiaro und Porsche. Dem italienischen Stardesigner, weil dieser die Studie zuvor als Entwurf für den Porsche 928 zeichnete, und dem deutschen Autohersteller, weil dieser sie aus aerodynamischen Erwägungen abgelehnt hatte. Die technische Basis stellte Lotus mit einem leicht abgewandelten Fahrgestell seines Modells Esprit (bekannt aus James Bond 007: Der Spion, der mich liebte) zur Verfügung – Motor, Getriebe sowie die meisten Kleinteile entstammten dem Renault Regal, und der ein oder andere Schalter im Innenraum wurde bei Volvo eingekauft. Wirklich eigenständig war letztendlich nur noch die mit Edelstahl ummantelte Kunststoffkarosserie samt Flügeltüren. Über allerlei technische Unzulänglichkeiten, Spaltmaße und wirtschaftskriminelle Machenschaften John DeLoreans sei an dieser Stelle der Mantel gentlemanschen Schweigens ausgebreitet.
Von den 9.000 produzierten DMC-12 existieren heute noch rund 6.000, welche sich bei Sammlern zunehmender Beliebtheit erfreuen. Die meisten Fahrzeuge sind heute in den USA unterwegs, und auch Felix Dossmanns Exemplar stammt ursprünglich aus Ohio.
Am Steuer dieses DeLoreans lässt sich vortrefflich ins Schwitzen kommen. Nicht etwa wegen der Fahreigenschaften, denn diese sind für ein in den 70ern konstruiertes Fahrzeug durchaus beachtlich. Vielmehr ist trotz des riesigen Wendekreises leider keine Servolenkung an Bord und die serienmäßig verbaute Klimaanlage außer Betrieb. Diese verlangt nämlich nach FCKW-haltigem Kühlmittel, das seit 1991 verboten ist. Besonders schweißtreibend wirkt sich zudem die Kombination der großen, flach stehenden Frontscheibe mit den winzigen Fensteröffnungsluken aus. Wenn Sie also bei schönem Wetter mal einem DeLorean-Fahrer begegnen – bieten Sie ihm zur Sicherheit ein Glas Wasser an.

DeLorean DMC-12
Motor: 2,8-Liter Renault V6 / Leistung: 97 kW / 132 PS / 0-100 km/h: 11,0 s / Leergewicht: ca. 1.300 kg / Vmax: 198 km/h / Verbrauch: 14,3 Liter / Neupreis 1983: 75.000 DM